Description
Auch wenn die gegenw√§rtige Weltwirtschaftskrise die Zukunft der internationalen – nanzm√§rkte verdunkelt hat und zu erwarten ist, dass die Regierungen weltweit wieder st√§rker in ihre Funktionsf√§higkeit eingreifen werden, so haben doch die Ver√§nderungen der letzten zwanzig Jahre derart tiefgreifende Spuren hinterlassen, dass an eine R√º- kehr in die Zeiten der alten, obrigkeitlich gesteuerten Finanzm√§rkte nicht mehr zu denken ist. Denn die derzeit modische Kritik an den vermeintlichen √úbertreibungen der internationalen Finanzm√§rkte und der mangelnden moralischen Qualifikation ihrer Akteure kann ja nicht dar√ºber hinwegt√§uschen, dass der Strukturwandel der inter- tionalen Kapital- und Finanzm√§rkte in den vergangenen Jahrzehnten sich keineswegs der Gier und Habsucht der Banker verdankte, sondern selbst Teil und Motor des wi- schaftlichen Globalisierungsprozesses war, von dem er ebenso profitierte wie er ihn f√∂rderte. Auch die inh√§rente Tendenz zu spekulativen √úbertreibungen und Krisen ist im Grunde nichts Ungew√∂hnliches, so sehr man im Einzelnen Fehlverhalten zu Recht beklagen mag. Im Kern des Strukturwandels liegt dieses Fehlverhalten indes nicht, wie bereits Karl Marx n√ºchtern konstatierte: ‚ÄûGerade das wiederholte Auftreten von Krisen in regelm√§√üigen Abst√§nden trotz aller Warnungen der Vergangenheit schlie√üt indessen die Vorstellung aus, ihre letzten Gr√ºnde in der R√ºcksichtslosigkeit einzelner zu – chen‚Äú, schrieb er am 15. Dezember 1857 in der New York Daily Tribune.





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